Auswanderung als letzte Chance

Die Zeitzeugin

Ihre Familie war in Königsberg, damals Ostpreußen, zu Hause. In der Schule wurde sie ausge- grenzt und ging ohne Abschluss ab. Sie schloss sich einer zur Auswanderung bereiten Jugendgruppe an und verließ 1939 Deutschland. Im damaligen Palästina setzte sie alles daran, ihre Eltern nachzuholen, doch der britische Commissioner sagte ihr, er könne nichts tun für Deutsche, es sei Krieg …  Nach der Unabhängigkeit Israels 1948 arbeitete Rachel Dror als Polizistin. Sie heiratete und bekam zwei Kinder. Da sie das heiße Klima nicht verträgt, verließ sie Israel wieder. Seit 1957 lebt sie in der Bundes- republik, obwohl sie lieber nach England gegangen wäre. Sie unterrichtete bis zur ihrer Pensionierung als Lehrerin für Bildende Kunst und Technik an einer Sprachheilschule. Seit vielen Jahren engagiert sie sich im christlich-jüdischen Dialog und sucht den Kontakt zu jungen Menschen, um aufzuklären und Vorurteile abzubauen.

Zeitzeugeninterview mit der Jüdin Rachel Dror, die dank ihrer Auswanderung nach Palästina dem Holocaust entkam

Den Schilderungen Rachel Drors hätten die Schülerinnen und Schüler der Backnanger Schickhardt-Realschule noch lange zuhören können, so lebendig und spannend antwortete die Zeitzeugin auf die Fragen, die sich die Jugendlichen in der Interviewgruppe überlegt hatten. Alle waren gut vorbereitet, hatten über die Zeit des Holocaust recherchiert und eine Projektzeitung erstellt. Die Jugendlichen wollen es genau wissen: Wie war denn die Überfahrt mit dem Schiff in ein unbekanntes Land? Und das Heimweh? Wann hat sie denn erfahren, dass ihre Eltern in Auschwitz ermordet wurden? Und wie hat sie das erfahren? 
Frau Dror beeindruckt die Jugendlichen: Mit 87 Jahren noch so fit – nach allem, was sie erlebt hat! Ihre Botschaft haben sie verstanden: „Wichtig ist der Mensch und nicht die Einteilung in schwarz, weiß, Jude oder Türke. Ausgrenzung ist niemals akzeptabel.“

Linktipps der Projektgruppe

  • www.yad-vashem.de: Deutschsprachige Informationsseite der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Ihre Aufgabe ist es, die Geschichte der Juden im Holocaust zu dokumentieren, das Andenken an jedes einzelne der sechs Millionen Opfer zu bewahren und durch Projekte und Aktivitäten des Archivs, der Bibliothek, der Museen sowie durch die Anerkennung„der Gerechten unter den Völkern“ das Vermächtnis des Holocaust den nächsten Generationen zu übermitteln.
  • www.bpb.de: Die Suche nach dem Begriff Holocaust bringt über 200 Treffer. Eine reichhaltige Materialsammlung, über die man sich umfassend informieren kann.
  • www.hagalil.com: Hier findet man Informationen über Juden, Judentum und jüdische Kultur und Geschichte, aktuelle Politik und Israel.