Was tun bei einem Verkehrsunfall?

Blechschaden am Auto

Generell muss jeder, der an einem Unfall beteiligt ist, am Unfallort bleiben, bis die Polizei da war. Wer abhaut, begeht Fahrerflucht, verliert in den allermeisten Fällen sofort seinen Führerschein und wird empfindlich bestraft.


Egal, ob du zufällig zu einem Unfall kommst oder selbst darin verwickelt bist: Jeder ist im Rahmen der normalen Erste-Hilfe-Kenntnisse verpflichtet, Verletzten zu helfen und Hilfe zu holen. Weggucken und Vorbeigehen gehen also nicht und das ist auch gut so. Schließlich könntest du selbst am Boden liegen und Hilfe brauchen.

So verhältst du dich richtig:

1. Unfallort sofort absichern: Bei einem Autounfall sofort die Warnblinkanlage einschalten und das Warndreieck aufstellen. Als Faustregel für die Entfernung des Warndreiecks vom Unfallort kannst du die Höchstgeschwindigkeit in Meter umrechnen: also 50 Meter in der Stadt, 100 Meter auf der Landstraße und 130-200 Meter auf der Autobahn. In vielen europäischen Ländern muss man bei einem Unfall eine Sicherheitsweste anziehen, sobald man das Fahrzeug verlässt. Sie kostet nicht viel und gehört in jedes Auto! Auf der Autobahn möglichst nicht im Unfallauto bleiben, sondern sich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. 

2. Verletzten helfen.

3. Notruf wählen: 112 oder 110. Die Notrufzentrale benötigt genaue Daten: Wer ruft an? Wo ist der Unfall passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Gibt es besondere Gefahren wie auslaufendes Benzin oder Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer? Ruhig und genau antworten – damit beruhigt man sich auch selbst – und Rückfragen abwarten! 

4. Beweise sammeln: Bei geringem Sachschaden muss die Unfallstelle für den Verkehr gleich wieder geräumt werden. Sonst soll alles so gelassen werden, bis die Polizei eintrifft. Mach möglichst Fotos von der Unfallstelle. Dafür reicht eine billige Einwegkamera, die wie eine Taschenlampe immer im Handschuhfach liegen sollte. Wenn es Zeugen gibt, bitte sie um Namen, Anschrift und Kfz-Kennzeichen. Ist das Fahrzeug des Unfallgegners im Ausland zugelassen oder der Unfall im Ausland passiert, ist die grüne Versicherungskarte ganz wichtig. Aber: Niemals am Unfallort mündlich oder gar schriftlich die Unfallschuld eingestehen. Damit kannst du gegen den Kfz-Haftpflichtversicherungsvertrag verstoßen und deinen Versicherungsschutz aufs Spiel setzen. Außerdem stehst du vielleicht unter Schock und hast selbst im Moment keinen klaren Überblick über das Geschehen. Waren bei dir Alkohol oder Drogen im Spiel, brauchst du unbedingt juristischen Rat.

5. Versicherung verständigen: Du musst so schnell wie möglich deine Versicherung über den Schaden informieren. Bei einem Schaden mit dem Auto ist es die Kfz-Haftpflichtversicherung. Hast du mit dem Fahrrad, den Inliner oder als Fußgänger einen Unfall verursacht, kommt die private Haftpflicht zum Einsatz, die unbedingt jeder haben sollte. 
Aber Vorsicht: Wer mit Alkohol, Drogen oder anderen Rauschmitteln einen Unfall baut, der verliert seinen Versicherungsschutz – egal, ob man nun selbst Schuld hat oder ein anderer!