Staatsangehörigkeit

Mit der Geburt erhältst du nicht nur einen Namen, sondern auch eine Nationalität. Für die Vergabe der Staatsangehörigkeit gibt es bei uns zwei Kriterien: das Abstammungs- und das Geburtsortsprinzip. Was das genau ist, erfährst du gleich. Dann gibt es noch die Möglichkeit, später durch Einbürgerung Deutscher und Deutsche zu werden.

verschiedene Ausweise

Wenn zumindest einer der Eltern deutscher Staatsangehöriger ist, erwirbt das Kind die deutsche Staatsangehörigkeit mit der Geburt. Das nennt man Abstammungsprinzip. Kinder mit einem ausländischen und einem deutschen Elternteil werden also automatisch Deutsche. Ob sie dazu noch die Staatsangehörigkeit des anderen Elternteils bekommen, hängt vom Staatsangehörigkeitsrecht des anderen Staates ab. Sie können in der Regel auch nach dem 18. Geburtstag die doppelte Staatsangehörigkeit behalten.

Seit dem 1.1.2000 gibt es in Deutschland zusätzlich noch das Geburtsortsprinzip. Auch wenn beide Elternteile Ausländer sind, erhalten in Deutschland geborene Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn einer ihrer Eltern seit mindestens acht Jahren rechtmäßig seinen Aufenthalt in Deutschland hat und Bürger der Europäischen Union oder ein der Union gleichgestellter Bürger ist.

In diesem Fall kann ein Kind also bis zu drei Staatsangehörigkeiten bekommen. Allerdings muss man sich mit dem 18. Geburtstag für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Diese Entscheidung kann maximal bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres aufgeschoben werden. Willst du Deutsche/r bleiben, musst du dazu eine schriftliche Erklärung abgeben und vorher die anderen Staatsangehörigkeiten aufgeben. Andernfalls verlierst du automatisch mit dem 23. Geburtstag die deutsche Staatsangehörigkeit.

Info

Wann sind dauerhaft mehrere Staatsangehörigkeiten erlaubt?

Das geht bei Staatsangehörigkeiten von EU-Ländern und der Schweiz, sofern das andere Land dies nicht ausschließt. Dazu muss aber spätestens bis zum 21. Lebensjahr ein Antrag gestellt werden, damit die Behörde die Beibehaltung der bisherigen Staatsangehörigkeit erlaubt.

Auch Spätaussiedler können neben der deutschen Staatsangehörigkeit die alte Staatsangehörigkeit behalten, soweit das Staatsangehörigkeitsrecht des Herkunftsstaats nichts anderes vorsieht. 

Trotzdem gilt natürlich: Menschen mit mehren Staatsangehörigkeiten haben nicht weniger und nicht mehr Rechte als andere deutsche Staatsangehörige.

Wie funktioniert die Einbürgerung?

Die deutsche Staatsangehörigkeit kann nicht nur durch Geburt, sondern auch noch später auf Antrag verliehen werden. Ab dem 16. Geburtstag können Ausländer diesen Antrag selbst stellen. Für jüngere Ausländer müssen ihre gesetzlichen Vertreter die Einbürgerung beantragen. 

Es gelten folgende Voraussetzungen: 

  • Eine Niederlassungserlaubnis, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis-EU, oder man ist freizügigkeitsberechtigter Unionsbürger bzw. gleichgestellter Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens oder der Schweiz. 
  • Gewöhnlicher rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland seit acht Jahren. 
  • Der Lebensunterhalt kann ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestritten werden (gilt erst für Personen ab 23 Jahren). 
  • Ausreichende Deutschkenntnisse. Diese werden entweder über den Schulbesuch oder das "Zertifikat Deutsch" oder ein gleichwertiges Sprachdiplom nachgewiesen. 
  • Keine Straftaten (geringfügige Verurteilungen werden nicht beachtet). 
  • Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. 

Die alte Staatsangehörigkeit muss in der Regel bei der Einbürgerung aufgegeben werden. Allerdings gibt es hier Ausnahmen und viele EU-Staaten erlauben gegenseitig eine doppelte Staatsangehörigkeit.