Interessen der Kinder in der Politik

Wer vertritt die Interessen der Kinder in der Politik?

Kinder brauchen eine Lobby! Also Gremien und Organisationen, die sich für eure Themen und Rechte stark machen und euren Interessen in den Parlamenten und Verwaltungen aber auch in den Medien Gehör verschaffen.

Das ist umso wichtiger, weil Kinder und Jugendliche nicht wählen dürfen. Vier Interessenverbände für Kinder stellen wir euch vor:

 

1. KiKo: die Kinderkommission im Bundestag

KiKo steht für: Kinderfreundlichkeit - Kinderpolitik - Kinderrechte - Lobby für Kinder

Die KiKo feiert 2008 ihren 20. Geburtstag und ist eine überparteiliche Arbeitsgruppe im Bundestag. Jede im Bundestag vertretene Partei stellt ein KiKo-Mitglied. Zurzeit gibt es also vier Mitglieder, je eine Abgeordnete von der CDU/CSU, SPD,  den Grünen und von der Linkspartei. Sie verstehen sich als Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche, veranstalten öffentliche Anhörungen und Expertengespräche und nehmen Gesetzentwürfe aus Sicht der Kinder unter die Lupe.
www.bundestag.de/kiko

2. Jugendgemeinderäte

Jugendgemeinderäte gibt es vor allem in Baden-Württemberg. Hier wurde auch 1985 der erste Jugendgemeinderat gegründet. Jugendgemeinderäte sind Interessensvertretungen der Jugendlichen in der Kommunalpolitik. Im Idealfall haben sie Rede- und Antragsrecht im Gemeinderat und einen eigenen Etat - also Geld - für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Projekte. Ihr Ziel ist es, ihre Stadt für Kinder und Jugendlicher attraktiver zu machen. Es geht um die Gestaltung von Spielplätzen oder Skateranlagen, Rad- und Verkehrswegeplanung, Jugendhäuser, öffentlicher Nahverkehr, Gewalt- und Suchtprävention. Wählen und gewählt werden können Jugendliche von 14 bis 18 Jahre, unabhängig davon, ob sie einen deutschen Pass haben oder nicht. Allerdings ist keine Gemeinde verpflichtet, einen Jugendgemeinderat einzurichten.
www.jugendgemeinderat.de (Dachverband der Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg)

3. Jugenddelegierte zur UNO-Generalversammlung

Seit 2005 hat auch Deutschland zwei Jugenddelegierte, die die deutsche Delegation zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York begleiten und sich dort für die Interessen der Jugendlichen stark machen. Vor ihrer Reise nach New York gehen sie auf Deutschlandtour und treffen sich mit vielen Jugendlichen und Jugendorganisationen. Die beiden Jugenddelegierten werden jedes Jahr neu gewählt. Wer sich selbst zur Wahl stellen will, muss zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, Interesse an Politik haben und für ein Jahr lang viel Zeit mitbringen.
www.jugenddelegierte.de

4. unicef, Kinderschutzbund und Kinderhilfswerk

unicef, Kinderschutzbund und Kinderhilfswerk sind drei weitere Beispiele für Lobbyisten für Kinder. Sie sind NGOs, also Nicht-Regierungsorganisationen, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen. Das geht ganz praktisch über Aktivitäten hier bei uns wie das Kinder- und Jugendtelefon oder auch über weltweite Hilfsprojekte. Sie werden aber auch immer wieder von der Politik als Experten gefragt und haben ein gemeinsames Aktionsbündnis für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz geschlossen.