Menschenrechts­kalender

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30.04.2017

1975 - Vietnamesen flüchten auf Booten (Boat People)
Am 30. April 1975 marschierten die nordvietnamesischen Truppen in Saigon ein, da durch die Kapitulation Südvietnams der 30-jährige Krieg um die Macht im Lande beendet war. Viele Vietnamesen flohen daraufhin aus Angst vor kommunistischen Repressalien, Hunger und wegen deutlicher Verschlechterung der Lebensbedingungen. Fluchtmöglichkeiten in Nachbarländer existierten kaum. Deshalb versuchten über 1,6 Millionen Vietnamesen per Boot über das Südchinesische Meer in eine bessere Welt zu gelangen. Man nannte diese Leute Boat People. Die meisten Boote trugen zwischen 150 und 600 Personen, waren immer überladen und baufällig und kenterten allzu leicht in den unberechenbaren Monsun-Winden. Gefahr drohte von Piraten, aber auch durch Nahrungsmangel, Wasserknappheit und Krankheiten. Fast 250.000 Boat People fanden im Südchinesischen Meer den Tod. Wer diese Strapazen überlebte und an eine Küste Südostasiens gespült wurde, landete meist in einem geschlossenen Lager, wo er um Asyl in anderen Ländern ersuchen konnte. Häufig wurden die Flüchtlinge jedoch wieder auf See geschickt, da die Auffanglager hoffnungslos überfüllt waren. Erst Ende der achtziger Jahre ebbte der Flüchtlingsstrom ab, da immer weniger Boat People Aufnahme in Drittländern fanden.