Asylbewerber in Deutschland

Der Zeitzeuge

Merhdad stammt aus Ahwaz im Iran und wuchs in einer weltlich orientierten Familie auf. Da seine Familie noch heute dort lebt, macht er keine näheren Anga- ben zu den dortigen Verhältnissen. Die Einschränkungen der Meinungs- und Religionsfreiheit veranlassten ihn, den Iran zu verlassen. Eine liberale Gesinnung und die Abwendung vom Islam werden von den iranischen Mullahs nicht akzeptiert. Wer zum Christentum übertritt, muss um sein Leben fürchten. 2004 kam er nach Deutschland und ersuchte um Asyl. Sein Traum vom Studium der Elektrotechnik hat sich bisher nicht erfüllt und sein Asylbewerbungsverfahren ist auch nach vier Jahren noch nicht abgeschlossen. Der geborene Muslim hat sich aus Überzeugung inzwischen taufen lassen und lebt bewusst sein Christentum.

Zeitzeugeninterview mit einem Asylbewerber in Deutschland

Ehrenamtlich engagierte Jugendliche der evangelischen Kreuzkirche Ludwigsburg wollten genauer wissen, was Asyl bedeutet, wie Asylbewerber leben und welche Perspektiven sie haben. Dafür investierten sie ihre Freizeit, recherchierten im Internet, wie es um Lebensbedingungen und Religionsfreiheit im Iran bestellt ist. Sie informierten sich über das Asylrecht in Deutschland und stellten einen Fragenkatalog für ein sehr persönliches Interview mit dem iranischen Asylbewerber Merhdad zusammen. Der Besuch eines Wohnheims gab ihnen Einblick in den Alltag der Asylsuchenden. Die freundliche Aufnahme und die offene Begegnung beeindruckten die Jugendlichen sehr. Dass das Zusammenleben im Wohnheim jedoch nicht immer einfach ist und es einer starken Motivation bedarf, dieses Leben in Wartestellung und Unsicherheit auf sich zu nehmen, verstanden sie schnell. Das Interview mit Merhdad zeigt, welchen Belastungen der zum Christentum übergetretene Iraner ausgesetzt ist. Sein Leben zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Vertrauen auf Gott und den erlebten Abschiebungen anderer Asylbewerber hinterlässt Spuren.

Linkstipps der Projektgruppe

  • www.proasyl.de: PRO ASYL ist ein Förderverein, eine Nicht-Regierungsorganisation (NGO non governmental organization), die sich ganz konkret für Flüchtlinge einsetzt, bei Asylverfahren berät und international auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam macht. Hier findet ihr alles Wissenswerte zum Thema ASYL.
  • www.bamf.de: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entscheidet über Asylverfahren und arbeitet für die soziale, sprachliche und gesellschaftliche Integration von Migranten. Wer sich über die neuesten Richtlinien, Entscheidungen und EU-weiten Regelungen informieren möchte, kommt hier weiter.
  • www.bpb.de: Hintergrundinformationen zur Asylpolitik hält die Bundeszentrale für politische Bildung vor. Man muss sich allerdings durchklicken. Am einfachsten ist es, wenn man den Suchbegriff ASYL eingibt.