Zeitzeugen – Besuche in anderen Leben

Wenn Staaten Menschenrechte mit Füßen treten, sprechen sie einzelnen Menschen oder ganzen Gruppen ihre Menschenwürde ab, wollen sie mundtot und unsichtbar machen. Zeugen sind hier nicht erwünscht.

Das Projekt Zeitzeugen gibt diesen Menschen wieder eine Stimme und ein Gesicht. 

Durch den Dialog mit Zeitzeugen können wir Geschichte mit anderen Augen sehen. Es sind Besuche in andere Leben, die schier unfassbare Verbrechen gegen die Menschlichkeit begreifbar machen können.

Die Menschenrechte sind fester Bestandteil unseres Grundgesetzes. Das ist etwas, auf das wir stolz sein können. Anders als während des NS-Regimes schützen uns Gesetze vor Folter und Willkür. Wenn es bei uns heute um Menschenrechte geht, geht es meist um die Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte weltweit, aber auch um Fragen von Ausgrenzung, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Menschenwürde bei uns hier in Deutschland. Dabei ist es gar nicht einfach zu beantworten, was zu einem menschenwürdigen Leben gehört, welche Verantwortung der Staat und jeder von uns hier haben. Vielleicht keine Antworten, dafür aber Stoff zum Nachdenken und Diskutieren geben uns auch hierzu Zeitzeugen, die wir zusammen mit Schulklassen und Jugendgruppen vor die Kamera geholt haben.

 

Zeitzeuge

 

Er hat den Holocaust überlebt

„Habt Achtung vor jedem Menschen, achtet jeden Menschen!“, diesen Wunsch gab der Zeitzeuge den Schülerinnen und Schülern im Interview mit auf den Weg. Ausgrenzung und Verfolgung, Gewalt und Todesangst hat er am eigenen Leib erfahren. Dennoch blieb er in Deutschland und seine „Rache“ fiel ganz anders aus, als er selbst einmal dachte... >>>

Zeitzeugin im Gespräch mit Jugendlichen

 

Für sie war die Ausreise das einzige Tor zum Leben

Ihre Einwanderung nach Palästina 1939 sieht Rachel Dror nicht als Flucht. Sie wollte nicht länger in Deutschland leben, nachdem sie erlebt hatte, wie die Nazis die elterliche Wohnung zerstörten, den Vater schlugen und den jüngeren Bruder fast zu Tode erschreckten. Mit dem letzten legalen Schiff fuhr sie von Triest nach Haifa und hoffte, ihre Familie nachholen zu können … >>>

 

 

Bild Zeitzeuge Republikflüchtling aus der ehemaligen DDR

 

Für seine Freiheit riskierte Thomas Kretzschmar alles

Thomas Kretzschmar freut sich, dass sich Jugendliche für seine Geschichte interessieren. Er weiß, dass es für sie lange zurückliegt. Doch junge Menschen sollten wissen, was Freiheit wert ist und wie leicht man eingeschüchtert werden kann. Freiheit ist für ihn das höchste Gut, das man sich unbedingt bewahren sollte – heute wie damals... >>>

Bild Zeitzeuge

 

Warten hat er in Deutschland gelernt

Merhdad möchte frei leben, frei denken, frei seine Meinung äußern und sich frei für seinen Glauben entscheiden können. Im Iran konnte er das nicht, deshalb hat er seine Heimat verlassen und hier Zuflucht gesucht. Ob er in Deutschland bleiben darf, weiß er allerdings auch nach vier Jahren noch nicht ... >>>

Foto Zeitzeugin

 

Arbeit ist ein Menschenrecht

„Wenn man seinen Job verliert, fühlt man sich wie niemand – ich bin niemand mehr gewesen.“ Diese Antwort zeigte den Schülerinnen und Schülern der Eduard-Spranger-Schule sehr deutlich, wie sehr Menschenwürde und Selbstvertrauen durch Arbeitslosigkeit bedroht werden … >>>

  

Zeitzeugeninterview

 

Um der Ehre willen werden Menschenrechte mit Füßen getreten  

Weil sie ein außereheliches Kind bekam, wurde sie von ihren Eltern zwangsverheiratet. Ohne Pass, das Kind in Deutschland und ohne Rückhalt in Familie und Gesellschaft war sie gezwungen, den Ehevertrag zu unterschreiben. In Deutschland wollte sie die Annullierung erreichen, doch so einfach ist das nicht … >>>

Zeitzeuge im Gespräch mit Jugendlichen

 

„Von Deutschland hatte man nur gute Träume“,

sagt Said Muhammed. Damals in Togo hätte er nicht vermutet, dass er erst nach 14 Jahren eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik bekommt. Als politisch Verfolgter wurde er offiziell nie anerkannt, obwohl das der Grund war, weshalb er aus einer Heimat fliehen musste … >>>

 

Zeitzeugin

 

„Wir haben uns taub gefühlt“,  

erzählt Julia von ihrer Ankunft in Deutschland und den ersten Monaten im Übergangswohnheim. Sie kam mit fast 15 Jahren und ihren Eltern, aber ohne Deutschkenntnisse aus Chisinau/Republik Moldau nach Stuttgart im Rahmen der jüdischen Kontingentflüchtlinge ... >>>

Zeitzeugin im Gespräch

 

„Wir sind in Ungarn vertrieben und hier nicht empfangen worden“  

1944 verlief die Front durch ihr Heimatdorf in Ungarn. Bei ihnen waren die Russen, im Nachbardorf standen die Deutschen. Sie gehört zu den sogenannten Ungarn-Deutschen, deren Familien seit Generationen in Schambek lebten. 1945 mussten sie binnen weniger Stunden ihre Heimat verlassen in eine für sie ungewisse Zukunft … >>>

 

Glück gehabt, nein, das habe er eher weniger,

er habe eigentlich immer mehr Pech gehabt, berichtet der junge Wohnungslose. Jetzt ist er im betreuten Wohnen untergekommen, eine eigene Bleibe kann er nicht bezahlen. Doch verglichen mit den Tagen der Obdachlosigkeit ist er schon sehr zufrieden. >>>